So berichtet Robert, wie er als Zwölfjähriger den Worten des Nikolaus von Cölln erlag,
den Versprechungen jenes Knaben, der im Jahre 1212 zwanzigtausend Kinder um sich
scharte, um mit ihrer und Gottes Hilfe Jerusalem den Christen zurückzuerobern.
  Textauszug 1
Er versprach seiner Gefolgschaft Wunder
über Wunder, so sollte sich das Meer vor
ihnen teilen, wie es sich seinerzeit teilte vor
dem Volke der Israeliten, auf dass sie tro-
ckenen Fußes heiligen Boden betreten würden.
Natürlich geschah nichts dergleichen, schlimmer
noch, von den Zwanzigtausend, die auszogen,
überstanden gerade einmal siebentausend von
ihnen die mühselige Überquerung der Alpen,
nur um daraufhin entweder in die Hände
unbarmherziger Sklavenhändler zu geraten
oder, so sie denn tatsächlich als freie
Menschen Afrika erreichten, von den Ein-
heimischen gnadenlos aufgerieben zu werden.
So blieb von den hehren Zielen des Nikolaus
und seiner naiven Gefolgschaft unter dem
Stichwort Kinderkreuzzug nur eine kuriose
Randnotiz in den Annalen der Geschichte.
 
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